Anforderungen an eine fachlich fundierte Phytotherapie

Fachlich fundierte Phytotherapie zeichnet sich aus durch das Bestreben, Aussagen über Wirkungen von Heilpflanzen-Präparaten sorgfältig zu dokumentieren und glaubwürdig zu begründen.

Fachlich fundierte Phytotherapie unterscheidet sich dadurch deutlich von Formen der Pflanzenheilkunde, welche ausschliesslich Heilungsversprechungen in den Raum stellen, ohne sich um Dokumentation und Begründung zu kümmern.

Für eine fachlich fundierte Phytotherapie ist es eine ethische Forderung, nicht einfach schöne Behauptungen in den Raum zu stellen, welche nur blind zu glauben sind.

Fachlich fundierte Phytotherapie geht den aufwendigeren und zugleich spannenderen Weg, Aussagen über Wirkungen von Heilpflanzen-Präparaten kritisch zu prüfen.

Fachlich fundierte Phytotherapie fordert darum nicht blinde Gläubigkeit. Sie versucht mit möglichst guten Argumenten zu überzeugen. Für mündige Menschen ist dies meines Erachtens die einzige angemessene Form.


Zentral in einer fachlich fundierten Phytotherapie ist die Forderung nach Plausibilität und Glaubwürdigkeit: Aussagen über Wirkungen von Heilpflanzen-Präparaten müssen sich in der kritischen Reflexion und Auseinandersetzung als glaubwürdig und plausibel erweisen. Dies setzt einen sorgfältigen Prozess der Prüfung, Klärung und Bewertung voraus.

Wissenschaftliche Forschung ist dabei für eine fachlich fundierte Phytotherapie ein wichtiger, aber nicht der einzige Massstab. Wesentlich ist es allerdings zu wissen und auch transparent zu machen, wo man mit der Dokumentation und Begründung von Wirkungen bei einer Heilpflanze jeweils steht: nur „Tradition“? Unkontrollierte Erfahrungsberichte? Nur „isolierte“ Laborergebnisse? Erfolgreiche Studien mit Patienten?

Phytotherapie-Forschung überprüft Überlieferungen traditioneller Pflanzenheilkunde

Die traditionelle Pflanzenheilkunde enthält zahlreiche Angaben zu Wirkungen von Heilpflanzen. Sehr oft sind diese Angaben allerdings ungenau und mehr oder weniger anekdotisch. Sie enthalten wertvolle Hinweise, aber auch viele sich zäh haltende Irrtümer. Fachlich fundierte Phytotherapie ist daher interessiert an den Ergebnissen wissenschaftlicher Heilpflanzen-Forschung. Die Verbindung von Erfahrungen der traditionellen Pflanzenheilkunde mit den Ergebnissen neuzeitlicher Arzneipflanzen-Forschung ermöglicht eine sorgfältige Dokumentation und Begründung der Wirkungen von Heilpflanzen.

Hohe Qualitätsanforderungen an Phytopharmaka

Anerkannte Arzneimittel der Phytotherapie (Phytopharmaka) müssen strenge Qualitätskriterien erfüllen. So werden neu entwickelte Phytopharmaka von den Arzneimittelbehörden nur zugelassen, wenn ihre Wirksamkeit und Sicherheit genauso dokumentiert ist wie bei synthetischen Medikamenten – unter anderem mit erfolgreichen Patientenstudien.
Das unterscheidet Phytoparmaka grundlegend von Präparaten beispielweise aus den Bereichen Homöopathie, Anthroposophische Medizin, Spagyrik oder Bachblüten, welche - dank erfolgreichem Lobbying - davon befreit sind, ihre Wirksamkeit zu belegen.

In ihrer Wirksamkeit gut belegte Phytopharmaka werden von den Krankenkassen aus der Grundversicherung bezahlt, wenn ein Arzt oder eine Ärztin sie verschreibt.
Hier unterscheiden sich Phytopharmaka nicht von synthetischen Medikamenten.
Auch an diesem Punkt gibt es Unterschiede zum Beispiel zu Homöopathika oder Anthroposophika, die aus politischen Gründen, weil sie eine wirksame Lobby haben, von der Grundversicherung bezahlt werden, ohne dass die Wirksamkeit dieser Produkte nachgewiesen werden muss.

Diese wesentlichen Qualitätsunterschiede sind den wenigsten Fachleuten und Laien klar.

Mit dem „Infodienst forschende Phytotherapie“ setzen wir uns daher zum Ziel, die grossen Aufwendungen der Phytotherapie-Forschung bekannter zu machen.
Der Weg zur Entwicklung von qualitativ hochstehenden Phytopharmaka mit gut dokumentierten Wirkungen ist lang und aufwendig.
Für Fachleute und Laien soll transparent werden, mit welchen Heilpflanzen-Präparaten dieser aufwendige Weg der Qualitätssicherung beschritten wurde und welche Produkte ohne jeden Entwicklungsaufwand, ohne Dokumentation und ohne Wirksamkeitsnachweis vermarktet werden.

Durch diese Transparenz bekommen Fachleute und Laien die Möglichkeit, Heilpflanzen-Präparate vorzuziehen, die zur Weiterentwicklung des Phytotherapie-Wissens beitragen und sich nicht nur als Trittbrettfahrer die Forschungsresultate seriöser Hersteller irreführend auf eigene Produkte übertragen, was meiner Ansicht nach eine Form der Täuschung ist.

Kriterien für Fachtexte im „Infodienst forschende Phytotherapie“

Wir publizieren hier Fachtexte aus der Phytotherapie-Forschung. Diese Beiträge sollen folgenden Kriterien genügen:

- Sie müssen dem Stand des Wissens entsprechen in den Bereichen Medizin und Phytotherapie.
- Sie sollen in Darstellung und Formulieren gut verständlich sein.

- Sie sollen sich durch einen hohen Informationswert und differenzierte Darlegung auszeichnen und nicht nur platte Werbung transportieren.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen
www.phytotherapie-seminare.ch

(Zurzeit noch keine Fachtexte, wir sind soeben erst gestartet. Schauen Sie später wieder mal hier vorbei, wir sind am erarbeiten erster Beiträge)

Zuletzt geändert: Montag, 28. Juli 2014, 11:01